Konzepte

Energie


Das Energiekonzept
der Atlantropa-Planung geht natürlich von den Erkenntnissen damaliger Zeit aus, da durch die fortschreitende Industrialisierung und Mobilisierung der Gesellschaft der Energiebedarf der Industrienationen - hier natürlich in erster Linie Europas - durch ein enormes Wachstum gekennzeichnet war. Demgegenüber standen aber zu diesem Zeitpunkt nur verhältnismäßig ineffiziente Verfahren der Energiegewinnung - welche zudem meist von erschöpflichen Rohstoffen abhängig waren - wovon den geistigen Vätern Atlantropas die durch Wasserkraft zu gewinnende Energie noch die praktikabelste weil unerschöpfliche zu sein schien.

Hierauf baut also der Ansatz auf, das Mittelmeer durch Absenkung als langfristigen Motor des neuen Kontinents mittels mehrerer gigantischer Staudämme und Wasserkraftwerke zur zentralen Antriebseinheit des Fortschritts auszubauen.

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Durch die Umverteilung der Wassermassen, wodurch auch der Afrikanische Kontinent für die übervölkerten Europäischen Staaten nutzbar gemacht werden sollte, war die Entstehung eines neuen "Kongomeeres" der zweite geplante Generator dauerhafter Energien, welcher durch ein atlantropaweites Netzwerk mit den übrigen Energiequellen zu einem Gesamtnetzwerk zusammengeschlossen werden und eine flächendeckende Energieversorgung für den neuen Kontinent gewährleisten sollte.


Synergie


Der anvisierte Synergieeffekt,
der durch die Realisierung des Atlantropa-projektes eintreten sollte stellt sich folgendermaßen dar:

Afrika mit seinen üppigen Vorkommen an teils sogar noch völlig unerschlossenen Rohstoffen kann durch den Zusammenschluss mit Europa zu einer Einheit, den Nachschub an Rohmaterial für die Produktionsstätten im Herzen Europas sicherstellen und gleichzeitig dient das neu gewonnene Areal als Absatzmarkt für die entstehenden Endprodukte. Woraus sich eine mehr oder minder vollständige Autarkie gegenüber der restlichen Welt realisieren lassen sollte.

Durch die klimatischen Eingriffe wird der afrikanische Kontinent zudem für Europäer bewohnbar gemacht, was die gerade in den letzten Jahrhunderten sich zuspitzenden Bevölkerungsdichten in den europäischen Industrienationen dauerhaft entschärfen sollte. Der Afrikaner hingegen sollte durch die europäische Zuwendung und den Zuzug europäischer Bürger insofern profitieren, dass das Land nicht nur aus klimatischer sondern auch aus zivilisatorischer Sicht an die kultivierte Gesellschaft angegliedert werde.


Klima


Die Rechtfertigung
für den immensen klimatischen Eingriff in seiner Planung sucht Herman Sörgel in der geschichtlichen Entwicklung der Kontinentalkonstellation. Mit der teilweisen Trockenlegung des Mittelmeers und der Befruchtung Zentralafrikas durch Umverteilung des Wasserhaushaltes soll eine tendenzielle Rückkehr zu ursprünglichen Verhältnissen von vor 50.000 Jahren geschaffen werden, wo Afrika und Europa noch nicht durch das Mittelmeer voneinander getrennt waren. Diese "Wiedervereinigung" sollte schließlich den neuen Kontinent Atlantropa schaffen, der gleichwertig mit Amerika und Asien, den 3 großen A ein weltpolitisches Gleichgewicht herstellen sollte.

"[...] denn nur dort, wo Bewässerung, natürliche oder künstliche, die Erde fruchtbar macht und eine gewisse Höherlegung der Kulturbedürfnisse und Kulturmöglichkeiten mit sich bringt, kann jene Verbindung von Mensch und Boden eintreten, die zur Staatenbildung führt."
(Zitat: Edmund Schopen, "Weltentscheidung am Mittelmeer")

Gleicht man derartige klimatische Umwälzungen mit den Erkenntnissen heutiger Meteorologie ab, wo das Zusammenspiel unzähliger Faktoren, wie die großen Meeresströmungen, der Regenwald, die Verdunstung und der Niederschlag wie ein Uhrwerk ineinander greift, läßt sich nur erahnen, welche langfristigen globalen Auswirkungen dieses Projekt nach sich gezogen hätte.



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