Allgemein
EinführungSörgels Projekt Atlantropa war die größte technische Utopie des 20. Jahrhunderts. Grund genug für Professor Koob des Lehrstuhls "Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur" an der Achitekturfakultät TU-Darmstadt, das Projekt zum Thema eines Seminars zu machen. In nur einem Semester wurde dabei mit Hilfe eines Animationsprogramms von den Studenten des Seminars eine virtuelle Welt im Computer erschaffen, die alle Einzelheiten der Utopie Sörgels darstellt. Dabei entstanden unzählige gerenderte Bilder und ein Film, der von der Haifisch-Filmproduktionsgruppe in einer Fernsehproduktion weiterverarbeitet wird. Die Zeilen und Bilder auf dieser Seite zeigen eine kleine Auswahl der Ergebnisse des Seminars und ermöglichen einen "Ausflug" in die Welt der Visualisierung.
Was ist Rendern?Für jemanden, der sich diese Seite ansieht und sich noch nie mit dem Thema Visualisierung auseinandergesetzt hat, erscheinen die Bilder häufig wie Zauberei. Wie kann man solche Landschaften und Objekte in einem Computer konstruieren? Dabei sind es keineswegs Zauberkünste, die hier zu einem gelungenen Ergebnis verhelfen. Was aber ist nötig, um zu diesem Ergebnis zu gelangen? Vor allem benötigt man Zeit. Das sieht man den Bildern, die hier gerendert wurden, jedoch nicht unbedingt an. Wie ein Bild oder ein Film zustande kommt, wird im Nachfolgenden Schritt für Schritt erleutert: Als erstes werden die Körper in form von Drahtmodellen entwickelt. Jedes noch so kleine Detail muss einzeln in den Computer eingegeben werden. Häufig sind dann viele Änderungen und Korrekturen erforderlich. Als nächstes muss man den Körpern Texturen zuordnen, um ihren Oberflächen eine Gestalt zu verleihen. Hierbei wird dem jeweiligen Körper ein Bild auf die Oberfläche gesetzt, um diesem eine Struktur zu geben. Es ist auch möglich, Körper lichtdurchscheinend oder durchsichtig erscheinen zu lassen. Arbeiten mehrere Personen an einem Projekt, muss man sich auf einheitliche Texturen einigen. Ein weiterer Schritt ist das "Lichtersetzen". Hierbei wird eine möglichst natürliche Atmosphäre geschaffen. Die Lichter werden dabei wie die Körper im virtuellen Raum verteilt und gerichtet. Die Möglichkeiten, die man dafür hat, sind unerschöpflich. Selbst den Sonnenstand eines beliebigen Ortes auf der Erde kann man darstellen. Nun kommen wir zum wahrscheinlich interessantesten Thema der Visualisierung, der Animationen. Animieren bedeutet, Dinge oder Zustande sich verändern zu lassen. Animiert werden kann grundsätzlich alles, was vorher in den Computer eingegeben wurde: Körpergröße, Körperlage, Texturen, Sonnenstand oder alles zusammen. Am Schluss legt man die Kamerastandorte bzw. Kamerabahnen fest. Wie die Lichter kann man auch beliebig viele Kameras im virtuellen Raum verteilen. Durch die Kameras kann man dann, wie an einem realen Drehort, Filme und einzelne Bilder aufnehmen. Wenn der virtuelle Raum dann perfekt ist und alle Kameras verteilt sind, lässt man den Computer rendern. Das heißt, er errechnet nun ein Bild bzw. einen Film von einer bestimmten Kamera. Es kommt nicht selten vor, dass ein Computer für einen Film mehrere Wochen beschäftigt ist. Damit wird deutlich, welche Unmenge an Daten dabei verarbeitet werden.
Meist müssen Bilder und Filme anschließend noch mit speziellen
Programmen bearbeitet werden, um ihnen den letzten Schliff zu geben. |